Forschung & Vordenkerschaft

Von der Klasse in die Cloud: Die Zukunft des Lernens am Arbeitsplatz

Dr. Christopher McCormick

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Plötzlich sind wir alle ständig online – das sagen Kolleginnen und Kollegen aus dem Bereich Lernen und Entwicklung aller Branchen weltweit. In diesem Winter stand nicht nur ein Jahreswechsel an: COVID-19 wird für die kommenden Jahre eine Veränderung in der Praxis und unserer Denkweise erzwingen.

Plötzlich kollidierte die rasante technologische Entwicklung der letzten zehn Jahre mit den disruptiven Kräften einer globalen Krise. Dadurch wurden bestimmte Trends beschleunigt und andere in den Hintergrund gedrängt. In der Veränderung liegt das Potenzial für eine grundlegende, zukunftsfähige Umgestaltung von Lernen und Entwicklung. Wir bewegen uns vom Klassenzimmer in die Cloud.

Als Anbieter von Online- und Präsenzunterricht erlebten wir eine Verlagerung hin zum Online-Unterricht, damit Kurse weiterhin bereitgestellt werden konnten. In China stellten wir mit unseren weit verteilten Lehrkräften in nur zwei Wochen für 150.000 unserer Lernenden auf Online-Unterricht um. Wir nutzten dabei Lerntechnologien, digitale Inhalte und Support-Systeme für Lehrkräfte, die wir in den letzten 20 Jahren des Online-Unterrichts perfektioniert hatten. Interne Trainings und die Entwicklung von Führungskräften verlagerten sich ebenfalls schnell online. Auch wir unterstützen aktiv Unternehmen und Regierungen, die von der Krise betroffen sind, um Weiterbildungen dort zu ermöglichen, wo sie am dringendsten benötigt werden.

Es gilt herauszufinden, was bei Schulungen in Unternehmen am wichtigsten ist. So kann sichergestellt werden, dass Innovation und Dringlichkeit den von Ihnen geforderten Lernergebnissen nutzen. Wie können Sie Lernen & Entwicklung in einem sich schnell verändernden technologischen Umfeld effektiv managen? Unsere EdTech- und Corporate-Learning-Fachleute haben sich mit dem führenden Forschungsunternehmen Kairos Future zusammengetan, um aktuelle demographische Veränderungen, globale Business-Trends und Investitionen in innovative Technologien zu untersuchen, um herauszufinden, was im Bereich Lernen in Zukunft zu erwarten ist.

Die Forschung unterstreicht, dass effektives Lernen dann stattfindet, wenn die Erfahrungen sozial, relevant und immersiv sind – drei Bedingungen, die bereits etablierte und auch neue Bildungstechnologien unterstützen.

1. Sozial: Lernen verbindet.

Durch Remote Work und virtuelles Lernen wurden Grenzen plötzlich beseitigt. Wir treffen uns und interagieren mit Menschen aus aller Welt in Echtzeit, um zusammenzuarbeiten, zu lernen und uns zu entwickeln. Dies setzt eine stabile globale Kompetenz voraus: Effektive interkulturelle Kommunikation hängt vom Können anderer Sprachen ab sowie von einem ausgeprägten Bewusstsein für sich selbst und andere, um Empathie zu zeigen – eine entscheidende Fähigkeit bei der Arbeit in globalen Teams. Effektives Lernen findet nicht isoliert statt. Stattdessen ermöglichen virtuelle Trainings durch Lehrkräfte unmittelbare, zwischenmenschliche Verbindungen zu jeder Zeit und von überall aus. Bisher hatte digitale Kompetenz eher den Ruf, sozial zu isolieren. Doch nun erweist sie sich als wichtige Fähigkeit, um teilhaben zu können. Die aktuellen Umstände haben gezeigt, wie wichtig es ist, präsent zu sein, und zukünftiges Lernen hängt von Technologien ab, die diese Erfahrung erleichtern.

2. Relevant: Es geht tatsächlich nur um Sie.

Erwachsene sind mit ständig veränderten beruflichen Anforderungen und Kompetenzen konfrontiert, was dazu führt, dass ihre Fähigkeiten, Möglichkeiten und Motivation immer wieder neu bewertet werden müssen. Je relevanter und zugänglicher das Training ist, desto effizienter und motivierter werden die Lernenden sein. Die Herausforderung ist, die besten Lerntechnologien für den jeweiligen Kontext auszuwählen und einzusetzen sowie realistisch zu sein, was ihre Anwendung betrifft. KI bedeutet für jeden etwas anderes, aber der Wunsch nach maßgeschneidertem, individuellem Unterricht hat dazu geführt, dass KI seinen Weg in die Bildungspolitik der Regierung und in andere Ihrer Apps fand. Mehr denn je spielen Lehrkräfte eine zentrale Rolle bei der Interpretation der Datenquellen, die dann die Basis für die nächsten Schritte der Lernenden sind. Das bringt Lernende mit einer Community zusammen, die ein gemeinsames (oder oft auch abweichendes) Ziel verfolgt.

3. Immersiv: Hier und jetzt

Lernen ist effektiver, wenn es mit Emotionen verbunden wird. Ähnlich wie das Lernen einer Sprache im Ausland einen persönlich verändert, kann auch das Eintauchen in einen neuen Kontext mit neuen Verhaltensweisen durch virtuelle Immersion zu neuen Denkweisen führen. Fortschritte in der Vernetzung schaffen die Voraussetzungen für komplexe Ansätze bei der Entwicklung von Technologien für Virtual Reality, Anwesenheits- und Gestenerkennung. Die Frage, ob solche Innovationen gesellschaftliche Ungleichheiten überbrücken oder vergrößern, ist ein wichtiger Punkt. Richtig durchgeführt, kann es den Lernenden die Welt näherbringen, sie zu neuen Denkweisen ermutigen und entscheidende Fähigkeiten im Umgang mit kritischen Situationen entwickeln.

Wie Mark Twain einmal sagte: „Bildung besteht hauptsächlich aus dem, was wir verlernt haben.“ Die Pandemie hat zu einem Umdenken hin zu nachhaltigen Veränderungen bezüglich Lernen am Arbeitsplatz geführt. Für viele wurde die unbedingte (und eher traditionelle) Forderung nach persönlichen Schulungen plötzlich in Frage gestellt. Die Tatsache, dass Schulungen persönlich und virtuell durchgeführt werden können, war für viele eine Überraschung – Schulungen, die leichter zugänglich und einheitlich sind, egal wann und wo man ist. Die Grundprinzipien von vernetztem, relevantem und immersivem Lernen lassen sich von der physischen auf die virtuelle Ebene übertragen. Wie immer müssen wir darauf achten, dass die Technologien den Lernergebnissen dienen und nicht die Basis für die Entscheidungsfindung selbst sind. Dadurch können wir uns auf immer bessere Lernerfahrungen freuen, die uns zusammenbringen.

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